Wildunfälle in der Dämmerung: Polizei warnt eindringlich vor riskanten Ausweichmanövern

(Zentralschweiz). Wildtiere auf der Fahrbahn stellen Verkehrsteilnehmende regelmässig vor gefährliche Situationen.

Besonders in den Dämmerungsstunden und in Gebieten mit Wildwechsel steigt das Risiko einer Kollision. Die Zentralschweizer Polizeikorps erinnern an die wichtigsten Verhaltensregeln, damit Wildunfälle möglichst verhindert und deren Folgen minimiert werden können.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Tempo reduzieren: Besonders in Waldgebieten, an Waldrändern und während der Dämmerung
  • Wild erkannt: Geschwindigkeit sofort reduzieren und Fernlicht abblenden
  • Nicht ausweichen: Keine riskanten oder panikartigen Ausweichmanöver durchführen
  • Bei Kollision: Kontrolliert bremsen, Lenkrad festhalten und Fahrspur beibehalten
  • Nach dem Unfall: Warnblinker einschalten und Unfallstelle sichern
  • Polizei verständigen: Wildunfälle sind meldepflichtig – Notrufnummer 117
  • Tier nicht berühren: Auf Wildhut oder Jagdaufsicht warten

Wildtiere können die Fahrbahn unvermittelt betreten und dadurch gefährliche Verkehrssituationen verursachen. Besonders in Waldgebieten, entlang von Feldern sowie während der Dämmerungszeiten ist erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich. Mit einer angepassten Geschwindigkeit und einer vorausschauenden Fahrweise kann das Risiko eines Wildunfalls deutlich reduziert werden.

Kommt es dennoch zu einem Wildwechsel, ist besonnenes Handeln entscheidend. Ein plötzliches Ausweichmanöver birgt häufig grössere Gefahren als ein kontrolliertes Bremsmanöver. Fahrzeuglenkende sollten deshalb die Geschwindigkeit reduzieren, das Lenkrad sicher festhalten und die Fahrspur beibehalten. Das richtige Verhalten kann dazu beitragen, schwere Folgen für alle Beteiligten zu verhindern.

Verhalten bei Wildwechsel

  • Signalisationen mit dem Hinweis „Wildwechsel“ beachten und die Geschwindigkeit entsprechend anpassen.
  • In Waldgebieten, an Waldrändern sowie in den Dämmerungsstunden besonders aufmerksam fahren.
  • Strassenränder beobachten; die Augen von Wildtieren können im Lichtschein reflektieren.
  • Wird ein Tier erkannt, sofort die Geschwindigkeit reduzieren.
  • Das Fernlicht abblenden, da grelles Licht Wildtiere zusätzlich verunsichern kann.
  • Kurze Hupsignale können dazu beitragen, das Tier von der Fahrbahn zu vertreiben.
  • Mit weiteren Tieren rechnen, insbesondere wenn Rehe oder Hirsche unterwegs sind.

Verhalten bei einer Kollision

  • Sofort und kontrolliert bremsen.
  • Das Lenkrad festhalten und die Fahrspur beibehalten.
  • Keine riskanten oder panikartigen Ausweichmanöver durchführen.
  • Die Sicherheit der Fahrzeuginsassen hat oberste Priorität.

Verhalten nach einem Wildunfall

  • Warnblinkanlage einschalten und die Unfallstelle sichern.
  • Wenn möglich, ein Pannendreieck aufstellen.
  • Nach einem Wildunfall die Polizei über die Notrufnummer 117 verständigen. Wildunfälle sind meldepflichtig. Die Polizei gibt weitere Anweisungen und informiert die Wildhut.
  • Verletzte oder tote Tiere nicht berühren und sich ihnen nicht nähern.
  • Auf die eintreffenden Fachpersonen der Wildhut oder Jagdaufsicht warten.

Präventionstipp: Ein Tier kommt selten allein

Taucht ein Reh oder Hirsch am Strassenrand oder auf der Fahrbahn auf, sollte nicht davon ausgegangen werden, dass die Gefahr nach dem ersten Tier vorbei ist. Die Polizei weist ausdrücklich darauf hin, dass mit weiteren Tieren gerechnet werden muss.

Darum gilt: Geschwindigkeit reduzieren, Fernlicht abblenden, kontrolliert bremsen und die Fahrspur beibehalten. Riskante Ausweichmanöver können zusätzliche Gefahren schaffen.


Telefonnummern der Zentralschweizer Polizeikorps

  • Luzerner Polizei: 041 248 80 11
  • Kantonspolizei Schwyz: 041 819 29 29
  • Kantonspolizei Nidwalden: 041 618 44 66
  • Kantonspolizei Uri: 041 875 28 28
  • Kantonspolizei Obwalden: 041 666 65 75
  • Zuger Polizei: 041 595 41 25

 

Quelle: Zentralschweizer Polizeikonkordat / Zentralschweizer Polizeikorps
Bildquelle: Symbolbild © Polizei